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    Cover Release!

    Das Cover zu Band 2 der Crys Tale-Reihe „Crys Tale of the Moon: Werwölfe“

    Du kannst das eBook im Amazon Shop vorbestellen. Einführungspreis 0,99 Euro! Die Veröffentlichung ist für den 21. März 2021 geplant. 🙂

    Zum Inhalt:

    Hagel, Blitz und Donner.

    Stürmische Zeiten in der Welt der Werwölfe: Als Enya im Gebiet des Rudels auftaucht, ist der Werwolfalpha Redek nicht erfreut. Doch Enya kann nicht zurück, denn sie hat ein Geheimnis. Redek ist sich sicher: Werwölfe und Menschen passen nicht zusammen … oder doch?

    Wie geht es mit der Vampirjägerin Crystal und dem Vampir Kento weiter? Was passiert, wenn nicht nur Vampire und Werwölfe, sondern plötzlich auch noch andere Wesen mitmischen? Und was, wenn der Feind mächtiger ist, als gedacht?

    Deine Susanne alias S. H. RAVEN

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    24. Dezember 2020

    Crys Tale of the Moon: Werwölfe – Teil 24

    Er blinzelte und zog seine Augenbrauen zusammen. Schließlich breitete sich ein zaghaftes Lächeln auf seinem Gesicht aus. Dann gähnte er und kuschelte sich enger an mich. „Und es könnte sein, dass es noch andere wie mich gibt, oder?“

    „Wenn du damit freche, kleine Jungs meinst, dann gibt es die bestimmt. Hoffentlich tanzt ihr Redek nicht auf der Nase rum.“

    „Ach, Iná. Du verstehst das nicht. Redek ist doch unser Alpha.“

    Ja, mein süßer Junge hatte vollkommen Recht. Dieses Alpha-Ding verstand ich überhaupt nicht, sonst würde ich mich wohl Redek gegenüber anders benehmen. Pech gehabt, Redek. Ich gluckste.

    „Warum lachst du?“ Noah war in seiner Müdigkeit kaum noch zu verstehen.

    „Weil ich mich schon darauf freue, dich als Wolf zu sehen. Ich werde die ganze Zeit hier auf dich warten, okay? Und wenn irgendetwas ist, sagst du Redek Bescheid und er kommt zu mir.“ Ich sagte es mit aller Überzeugungskraft, war mir da aber gar nicht sicher.

    Noah hörte mich wahrscheinlich sowieso nicht mehr. Er schlummerte tief und fest. Ich blieb einfach liegen und hielt ihn. Er roch so gut und er war so warm. Genau wie früher. Mein Herz wurde groß und weit, bis meine Brust schmerzte. Wie kann dieses ganz große Glück nur in meine zwei kleinen Arme passen? Auch wenn ich mir sicher war, dass Redek gut für ihn sorgen würde, war er dennoch nur ein Mann und kein Vater. Noch dazu der Alpha, der sicher noch anderen Pflichten nachkommen musste. Wer würde sich um mein Baby kümmern?


    Ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr 2021! Lass uns auch weiterhin zusammenhalten und alles dafür tun, damit wir diese Krise gemeinsam überstehen.

    Deine Susanne alias S. H. RAVEN

    PS: Ich freue mich immer sehr über Feedback! 😉

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    23. Dezember 2020

    Crys Tale of the Moon: Werwölfe – Teil 23

    Ich steckte den kleinen Wirbelwind in die Wanne und wusch ihm sogar die Haare. Auch wenn es vielleicht albern war, wollte ich, dass das Rudel einen guten ersten Eindruck von ihm bekam.

    Als wir später im Bett lagen, wurde Noah ganz still.

    „Was ist los, Mahpee?“

    „Mami …“

    Ich horchte auf. Noah benutzte meistens das Lakota-Wort für Mutter. Nur wenn er verängstigt oder sehr unsicher war, rutschte ihm das Wort heraus, dass er als erstes sprechen konnte.

    In seinen großen Augen konnte ich all die unausgesprochenen Sorgen erkennen, die sein Herz bewegten.

    Ich drückte ihn näher an mich. „Magst du Redek?“

    Er nickte. „Und du?“

    Ich musste lächeln. „Ja.“

    „Was, wenn …“ Er kratzte sich am Kopf und zappelte mit den Beinen. „… wenn die anderen mich nicht mögen?“ Er wurde leiser. „Wenn die meine Haare komisch finden.“

    Mein Herz zog sich zusammen. Natürlich hatte er bemerkt, dass andere Menschen nicht am ganzen Körper behaart waren. Ich hätte das Thema früher anschneiden sollen. Und ich hätte Redek fragen sollen, ob es noch andere Wölfe wie Noah in seinem Rudel gab.

    „Findest du deine Haare komisch?“

    „Nö.“

    „Findest du meine Haare komisch? Die sehen schließlich ganz anders aus als Papas oder deine.“

    Noah runzelte die Stirn. „Du hast doch so schöne Haare. Engelshaare hat Papa immer gesagt.“

    „Findest du meine nackte Haut komisch?“

    „Was soll denn daran komisch sein?“

    „Naja, die ist viel weißer als deine.“

    Noah zuckte mit den Achseln.

    „Findest du denn die nackte Haut von Redek komisch?“

    „Quatsch, Iná.“ Jetzt grinste er. „Redek ist gar nicht überall nackt. An manchen Stellen hat er voll viele Haare.“

    „Ähm.“ Ich schluckte. Innerlich stöhnte ich. Selber schuld. „Na, das sieht dann aber bestimmt komisch aus.“

    „Aber wieso? So sieht er einfach aus. Papa hatte auch an manchen Stellen Haare. Aber nicht so schwarze wie Redek. Und Redek hat auch voll viele Muskeln.“

    Mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Gar nicht gut. „Irgendwas musst du doch an Redek komisch finden, oder?“

    „Nö.“

    „Oder an mir?“

    „Nö.“

    „Und wenn du jemanden mit blauer Haut treffen würdest?“

    „Das wäre ja cool!“ Noahs Augen leuchteten auf. „Und mit Fühlern auf dem Kopf und mit gaaanz langen Armen.“

    Ich lachte. „Okay, wir stellen fest: Du findest nackte Menschen nicht komisch, auch wenn sie an einigen Stellen behaart sind. Du findest Menschen mit blauer Haut, Fühlern und gaaanz langen Armen auch nicht komisch, richtig?“

    Noah nickte.

    „Ich finde nackte Menschen nicht komisch, behaarte Menschen nicht komisch und blaue Menschen würde ich auch gerne mal treffen. Wenn es dir so geht und mir so geht, kann es anderen Menschen und Wölfen genauso gehen, oder?“

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    22. Dezember 2020

    Crys Tale of the Moon: Werwölfe – Teil 22

    Kapitel 7

    Ich zog mir ein frisches Shirt an und kämmte mir die Haare. Meine Bewegungen waren fahrig. Zum hundertsten Mal versuchte ich meinen Körper mit Atemübungen zu beruhigen. Ich verstand nicht, warum es mir so schlecht gelang, meine Nervosität zu unterdrücken. Ich hatte bis zum Umfallen mit Ben trainiert. Wölfe reagierten sehr feinfühlig auf die Stimmungen in ihrem Umfeld. Sie waren heißblütige Wesen, die sich von einem schnellen Herzschlag provoziert fühlen konnten. Eine Verwandlung mitten in einem Streit konnte für einen Menschen durchaus tödlich enden.

    Natürlich stand es mit meinen Nerven nicht zum Besten, denn es war der letzte Tag, den ich mit Noah verbringen konnte. Auch die Erinnerungen, die ich in der letzten Nacht heraufbeschworen hatte, ließen mich nicht los.

    Das erklärte aber noch lange nicht, warum ich die doppelte Menge Essen gekocht oder mich umgezogen hatte.

    Ich lauschte auf Stimmen und als Noahs Lachen durchs offene Fenster drang, musste ich mich am Tisch abstützen. Ich zählte mehrmals von 10 rückwärts. Noahs fröhliches Geplapper beruhigte mich zusätzlich und ich konnte die beiden Heimkehrer mit einem alltagstauglichen Lächeln begrüßen. Ich vermied es, Redek in die Augen zu sehen, doch der besorgte Ausdruck auf seinem Gesicht entging mir nicht. Meine Stimme zitterte nur leicht, als ich ihn zum Essen einlud. Ich spürte genau, dass er unschlüssig war. Noah zog ihn jedoch einfach mit zum Tisch.

    „Iná, stell dir vor, ich konnte die anderen Wölfe riechen! Und Redek …“ Er sah den Angesprochenen fragend an und erzähle erst weiter, als dieser genickt hatte. „… hat sich vor mir verwandelt! Er musste seine ganzen Sachen ausziehen, weil die sonst zerreißen. Und er ist so groß und ganz schwarz. Welche Farbe habe ich wohl? Denkst du, ich werde auch richtig groß sein?“

    Zum Glück erwartete er keine Antwort. Mein Hals war zu trocken und das Essen schmeckte nach nichts. Jede Sekunde dachte ich nur daran, dass dies die letzten Stunden waren, die ich mit meinem Sohn verbringen konnte. Warum nur hatte ich Redek eingeladen? Seine Anwesenheit ließ den Raum schrumpfen und die Luft gelang nur unter Schwierigkeiten in meine Lunge. Mein Körper fühlte sich wie ein Gefängnis an.

    Ich betrachtete Noah und musste mit Gewalt die Tränen zurückhalten. Ich wollte unbedingt, dass seine Freude nicht getrübt wurde. Ich würde die ganze Zeit in seiner Nähe bleiben, im Gebiet des Rudels. Nichts und niemand konnte mich hier vertreiben.

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    21. Dezember 2020

    Crys Tale of the Moon: Werwölfe – Teil 21

    Ich kam von einer Besorgung, als ich Makawee und Ben schon von weitem streiten hörte. Ben stürmte aus dem Haus in Richtung Siedlungstor und ich folgte ihm. Es begann bereits zu dämmern, doch Ben verließ den Schutz der Siedlung und wandte sich Richtung Wald. Es war ein Wunder, dass er mich nicht hörte. Bis heute wusste ich nicht, ob er zu aufgeregt war oder ob er sich wissentlich vor mir verwandelt hat.

    Der Moment, in dem der riesige braune Wolf vor mir stand, war einer der schönsten in meinem Leben. Ich hatte keine Angst. Ganz im Gegenteil. Plötzlich war da etwas, was mein Leben vervollständigte, mich erdete und mir einen Anker gab.

    Makawee gab zu, dass sie von Anfang an über Bens wahres Wesen Bescheid gewusst hatte. Als sie sah, wie glücklich er mich machte, gab sie nach und akzeptierte ihn als meinen Freund.

    Dass ich schwanger wurde, war nicht geplant, aber wir freuten uns trotzdem wahnsinnig. Als wir es bemerkten, nahm er mich mit zur Hütte in sein Rudelgebiet, um mir alles zu zeigen.

    Bei Ben fühlte ich mich sicher und geborgen. Zu Hause. Ich hatte angenommen, dass es genau darum ging im Leben. Dieses Gefühl zu finden und festzuhalten. Ich hatte nie rätseln müssen, wie es um seine Gefühle bestellt war. Mein Herz flatterte, aber es raste nicht. Die Schmetterlinge in meinem Inneren flogen Pirouetten, aber stürzten niemals ab. Seine Berührungen waren wunderschön, aber sie waren weit davon entfernt, mir den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Und genau so sollte es doch sein, oder?

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    20. Dezember 2020

    Crys Tale of the Moon: Werwölfe – Teil 20

    Als ich Ben kennenlernte, spürte ich sofort, dass er anders war. Ich war 18, hatte vor 10 Monaten meine Mutter verloren und irgendwo zwischen Makawees Kräuterbeutelchen, Tees, Salben, Tinkturen und Elixieren auch mich selbst. Die Vampire tyrannisierten die Menschen bereits seit sechs Jahren und das Leben lief für niemanden in geordneten Bahnen.

    Ich half meiner Ziehmutter mit ihren Kunden und Patienten, war aber nie mit dem Herzen dabei. Mir fehlte die zweite Hälfte meines Ichs, ich war rastlos und auf der Suche. Die letzten heiser geflüsterten Worte meiner Mutter waren: „Woher du stammst, bestimmt nicht, wer du bist.“ Da war sie nur noch eine Hülle mit Augen so groß und dunkel wie Wagenräder in einem bleichen abgemagerten Gesicht. Der Krebs hatte ihr alles gestohlen. Ihre Lebensfreude und ihren eisernen Willen. Seit Tagen hatte sie kein Wort gesprochen und dann war es für jegliche Erklärung zu spät. Selbst Makawees Mittelchen zeigten keine Wirkung, andere Medikamente gab es nicht. Ich hielt ihre Hand umklammert, bis sie kalt und starr wurde und Makawee mich mit Gewalt von ihr trennte.

    Wir hoben das Grab auf einer Lichtung aus. Dort war es ruhig und ich hoffte, dass meine Mutter nun ihren Frieden gefunden hatte.

    Ich kannte meinen Vater nicht, seinen Namen hatte meine Mutter mir nie genannt. So trieb ich in einem riesigen Ozean, ohne zu wissen, aus welcher Richtung ich gekommen war und in welche Richtung ich mich wenden sollte.

    Viele Male hatte ich Makawee gebeten, mir den Sinn der letzten Worte meiner Mutter zu erklären oder mir wenigstens den Namen meines Vaters zu verraten, doch sie bestand darauf, beides ebenfalls nicht zu kennen.

    Ben hatte mich sofort fasziniert, während Makawee ihn auf Anhieb ablehnte. Ein Unwetter überraschte uns auf dem Markt und setzte unsere Waren unter Wasser. Der schöne Unbekannte half uns alles zu verstauen und unseren Handkarren bis zum Haus am Rand der Siedlung zu ziehen.

    Ich lud ihn zum Essen ein und er besuchte uns in der nächsten Zeit immer wieder. Manchmal sprachen Makawee und er Lakota miteinander. Die Gespräche sorgten jedes Mal für eine ungemütliche Atmosphäre, aber niemand erklärte mir, worum es ging. Bis ich es eines Tages schließlich selbst herausfand.

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    19. Dezember 2020

    Crys Tale of the Moon: Werwölfe – Teil 19

    „Hi.“ Kleine Fältchen vertieften sein Lächeln und legten mein Sprachzentrum lahm.

    „Hi.“ Mir fiel kein einziges vernünftiges Wort ein. Und kein einziger vernünftiger Grund, warum das so war. Redek wirkte ganz anders als am vergangenen Abend.

    Noah erlöste uns aus dem Dilemma. „Tschüss, Iná. Bis nachher.“

    Ich beugte mich zu ihm hinunter und gab ihm einen Kuss auf den Kopf. „Viel Spaß, mein Schatz.“

    Schon waren die beiden Männer verschwunden. Ich lehnte mich ans Fenster und sah ihnen nach. Sie waren fast an der Waldgrenze, Noah hüpfte neben dem großen Mann. So fröhlich hatte ich ihn lange nicht erlebt. Er war früher oft mit seinem Vater im Wald, um über ‚Wolfkram‘ zu sprechen. Vielleicht hatte ich unterschätzt, wie sehr ein junger Wolf eine Führungspersönlichkeit brauchte.

    Ein merkwürdiges Ziehen breitete sich in meinem Bauch aus und verwirrte mich. Redek übte auf meine Augen eine magische Anziehung aus, die ich nicht einordnen konnte. Und von der ich mich schnellstens verabschieden sollte. Den Alpha eines feindlich gesinnten Rudels anzuhimmeln, war keine gute Idee. Ich dachte immer, dass ich mit Ben nicht glücklicher sein könnte. War ich so wankelmütig? Meine Gedanken kamen mir wie Verrat vor. Ich kniff die Augen zu. Redek war einfach der erste Mann, dem ich seit langem so nah gekommen war. Und zusätzlich erinnerte mich sein Wolf an Ben. Meine Tage und Nächte hatte ich im letzten Jahr fast ausschließlich mit Noah und Makawee verbracht. Ich war auch nur ein Mensch. Ben hatte diese Riesenlücke hinterlassen. Eine Leere, die mich nur um Noahs Willen nicht resignieren ließ.

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    18. Dezember 2020

    Crys Tale of the Moon: Werwölfe – Teil 18

    Kapitel 6

    Noahs vorbehaltlose Freude und sein glückliches Kinderlachen entschädigten mich für die Strapazen und Ängste der letzten Tage. Sein Mund stand nicht einen Moment still. Bestimmt zehnmal hatte er mich schon gefragt, ob ich Redeks Muskeln gesehen habe – oh ja – und ob ich glaube, dass er sich vor Noah verwandeln würde – da wäre ich gerne dabei.

    Dabei rannte er von einem Zimmer ins nächste, treppauf und treppab, um seine Sachen zu packen. Morgen würde ich mich für eine lange Zeit von ihm trennen müssen.

    Junge Werwölfe verwandelten sich unkontrolliert und stellten ein Sicherheitsrisiko für alle Nicht-Wölfe dar, da sie mit ihren Zähnen und Klauen nicht umzugehen wussten. Die Heilungsfähigkeiten eines Werwolfes waren um einiges höher als die eines Menschen. Von Anfang an war Ben und mir klar, dass dieser Tag kommen würde. Allerdings hatten wir gehofft, dass Ben ihn zu seinem Rudel würde begleiten können.

    Als es klopfte, rutschte mein Herz mindestens drei Etagen weit in den Keller und ich hielt mitten in der Bewegung inne. Noah sprang zur Tür und dann bekam Redek die gleichen aufgeregten Fragen gestellt. Er lächelte und beantwortete noch auf der Schwelle den ersten Schwall, während er Noah wieder seine Faust zur Begrüßung hinhielt. Noah verschwand einen Moment, um sein Schnitzmesser zu suchen und Redek hob langsam den Blick. Ich hielt unwillkürlich die Luft an, bis unsere Augen sich trafen und ineinander verhakten.

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    17. Dezember 2020

    Crys Tale of the Moon: Werwölfe – Teil 17

    Kapitel 5

    Redek

    Die dritte schlaflose Nacht. Ich kann es nicht ändern. Da ist ein Drang sie zu beschützten. Ob Ben den auch gespürt hat?

    Ihr Herz schlägt immer noch genauso schnell wie vor einer Stunde. Anders als Noahs. Der Kleine schläft tief und fest. Ich würde nie ein Junges gewaltsam von seiner Mutter trennen. Was hat Ben ihr nur erzählt?

    Sie rieche merkwürdig, hat er geschrieben. Das tut sie. Er meint, sie habe seine Seelengefährtin sein können. Aber sicher sei er nie gewesen.

    Er war glücklich mit ihr und er hat sie nicht gebissen. Wie hat er das geschafft?

    Und warum hat er ihr nicht wenigstens beigebracht, ordentlich Holz zu hacken? Wie soll ein Mann sich konzentrieren, wenn eine Frau die ganze Zeit friert und zittert und vor sich hinflucht? Die erste Nacht war die Hölle.

    Ich hätte nicht so einfach gehen sollen nach ihrer Geschichte. Wie ein Arschloch. Aber sie gehört nicht in mein Leben, in unser Leben.

    Ihre Ankunft bringt alles durcheinander. Das Rudel ist verwirrt. Ich kann nicht zulassen, dass die Wölfe etwas Unüberlegtes tun.

    Und wie passt du in das Bild, Makawee?